Allein Weitergehen – was das wirklich für mich bedeutet

Tiefe Entspannung beim Yin Yoga in Rostock: Yogini praktiziert die schlafende Taube (Eka Pada Rajakapotasana) zur intensiven Hüftöffnung auf der Matte.

Anfang 2025 stand für mich eine Entscheidung an, die ich mir nie vorgestellt hatte, treffen zu müssen. Mit Johannas Entscheidung Rostock zu verlassen, kam unumgänglich die Frage auf:  

Wie geht es weiter mit youyoga?
Und – möchte ich das wirklich alleine weitermachen?

Johanna und ich haben youyoga gemeinsam Anfang 2022 gegründet, aus der tiefen Überzeugung heraus, dass zwei Herzen, zwei Energien, zwei Sichtweisen diesem Projekt Kraft geben würden. Und das stimmte auch. Wir haben gemeinsam so viel aufgebaut, gestaltet, getragen. Doch irgendwann wurde klar, dass sich unsere Wege unternehmerisch trennen werden.

Zwischen Loslassen und Verantwortung

Was danach kam, war eine Phase, die mich sehr gefordert – und gleichzeitig unglaublich wachsen lassen hat.
Denn mit dieser Entscheidung kamen nicht nur Emotionen, sondern auch eine ganze Welle an Bürokratie, Verantwortung, Unsicherheiten.
Plötzlich lag alles bei mir: jede Entscheidung, jede Rechnung, jede Zukunftsfrage.

Ich erinnere mich, dass ich damals bewusst in die Stille gegangen bin. Ich brauchte Rückzug, um ehrlich hinzuspüren:
Will ich das wirklich allein weitermachen?
Oder darf youyoga so, wie es war, einfach zu Ende gehen?

Die Kraft der Klarheit

Ganz ehrlich – ich wollte ganz bewusst nicht alleine gründen damals. Mir war die gemeinsame Verantwortung, das Teilen, das Miteinander und vor allem der Austausch wichtig. Ich bin studierte Sozialpädagogin und liebe es einfach im Team zu arbeiten. Es bringt einfach unendlichen Mehrwert wenn sich menschen verbinden und gemeinsam erschaffen, tragen und halten können. 

Nun war ich wieder an einem Punkt, an dem ich auf mich selbst zurückgeworfen wurde

In dieser Zeit kamen viele Zweifel hoch.

Ich kann mich noch genau erinnern, wie ich meinen Kurs gegeben habe und am Ende auf 14 friedliche Köpfe im Savasana schaute. Ich war auf einmal voller Demut und Dankbarkeit. Mir wurde in diesem Moment klar, was für einen wertvollen Raum wir für all die Menschen geschaffen haben, die sich so regelmäßig hier bei uns diese Auszeit schenken.  
Ich habe gespürt, dass wir mit youyoga einen Ort in Rostock geschaffen haben, an dem Menschen auftanken, durchatmen und einfach sie selbst sein können. Ein Rückzugsort mitten im Alltag.


Ein kribbeliges und gleichzeitig sehr klares Gefühl in mir, sagte: „Ich kann das hier nicht einfach so aufgeben. Ich möchte es wenigstens probieren.“ 

Weitergehen – mit neuen Vertrauen

Und so habe ich entschieden:
Ja, ich gehe weiter.
Ich gehe allein weiter.
Ich baue auf dem auf, was da ist.

Auf der Gemeinschaft, die youyoga trägt, auf den Menschen, die diesen Ort lieben, auf all das, was schon gewachsen ist.

Ich darf neu ausrichten, neu gestalten, neu spüren, wohin es gehen soll.
youyoga ist jetzt noch mehr ein Teil von mir geworden.
Und gleichzeitig bleibt es ein Ort für viele.

Allein weiterzugehen heißt für mich heute: Verantwortung übernehmen, aber auch Freiheit finden.
Es heißt, loszulassen, was war, und offen zu bleiben für das, was kommen darf.

Yogalehrerin Julia praktiziert Hatha Yoga in Rostock und führt die gestreckte seitliche Winkelhaltung (Utthita Parsvakonasana) für Kraft und Dehnung aus.

Und das vielleicht Schönste daran:

Ich bin gar nicht allein.

In den letzten Jahren sind so viele wundervolle Menschen Teil von youyoga geworden. Menschen, die diesen Ort mit ihrem Herzen, ihrem Engagement und ihrer Präsenz mittragen.
Ihr Vertrauen und ihr Commitment haben mir den Mut gegeben, den nächsten Schritt als Einzelunternehmerin zu gehen.

Mit der Gründung des Einzelunternehmens habe ich mich entschieden, eine Mitarbeiterin einzustellen – und damit ganz bewusst auch ihr gegenüber in ein neues Commitment zu treten.
Heute wächst Schritt für Schritt ein kleines Team, das youyoga im Kern trägt:

Wir alle stehen für denselben Geist, dieselbe Wärme, dieselbe Haltung.

Und genau das ist es, was mich trägt.
Denn vielleicht gehe ich jetzt formell allein weiter – aber in Wahrheit bin ich umgeben von Menschen, die diesen Weg mit mir gehen.
Und dafür bin ich unglaublich dankbar.

Erobere in Null-Komma-Nix den Sonnengruß mit unserem neuen Sonnengruß -Tutorial!